Prüfung war sehr angenehm, sie hat kurz bei Test gesagt wo und warum Punkte abgezogen wurden.
(Bei der schriftlichen Prüfung waren die Themen: Debye und Einstein Modell, Modell nahezu freie Elektronen und Supraleitung (London Gl. Und Kondensationsenergie))
Bei der mündlichen Prüfung hat sie zuerst das Sommerfeldmodell abgefragt Dispersion (zeichnen), Wellenfunktion, Zustandsdichte (nur die sqrtE Proportionalität wie das Potential ist, Randbedingungen, für welche Elemente oder Materialien es gut funktioniert. Dann hat sie gefragt wie man Isolatoren und Metalle beschreiben kann. Also ein periodisches Potential einführen und dann Modell erklären Dispersion aufzeichnen und erklären was am Zonenrand passiert. Dann hat sie gefragt was Paramagnetismus ist, Brillouinfunktion erklären wo sie herkommt und zeichnen. Die Formel muss man nicht wissen, aber was das x in der Funktion in diesem Zusammenhang ist. Spezialfälle erklären und Temperaturabhängigkeit der Suszeptibilität aufzeichnen (Curie-Gesetz). Pauli-Suszeptibilität und kurz erklären was passiert wenn man nun ein temperaturabhängigen chem. Potential verwendet (Form von Zustandsdichte an Ef ändert sich). Am Ende hat sie noch kurz anharmonische Effekte gefragt, also es gibt U-Prozesse und was diese machen. Wichtig sind Achsenbeschriftungen.
Benotung war fair, ich hab den Großteil gewusst ein paar spezifische Fragen hab ich nicht gewusst oder nur so halb beantworten können, hab trotzdem eine bessere Note bekommen.
Also kurz zur Prüfung selbst:
Es war eine sehr angenehme Prüfung, ähnlich zu AKT sitzt man sich gegenüber und bekommt einen Zettel für Skizzen. Zuerst ging sie den Test kurz durch, den benotet sie relativ genau, hatte z.B. Punkteabzug für B statt B_0. Die Fehler der schriftlichen hatten denk ich keinen Einfluss auf die Themen der mündlichen. Die mündliche ging 40 Minuten, sie setzt einen nicht unter Stress, sie probiert einen eher zu beruhigen wenn man nervös ist. Sie hilft einem bei den Überlegungen, lenkt einen in die richtige Richtung, sodass schlussendlich die Logik zusammenpasst. Skizzen und Formeln nur bedacht hinschreiben, jeden Term, Krümmung der Kurve und Achsenbeschriftung nimmt sie genau. Sie will keine Herleitungen, sondern fast nur Verständnis, das dafür von sehr oberflächlich bis hin zu teilweise recht tief, wie bei mir bezüglich Isolatoren im Blochmodell. Ich kam mir teilweise vor als wüsste ich die einfachsten Sachen nicht mehr (zb E∝k^2), aber bekommen hab ich dann einen 2er.
Zu den Inhalten:
-Zu Phononen und Supraleitung fragte sie mich garnix, das mal vorweg.
-Sie stieg direkt in Paramagnetismus ein, ohne auf die Unterscheidung frei/gebunden einzugehen. Sie fragte ganz allgemein was das ist, wo das herkommt (Interaktion ungepaarten Elektronen mit Magnetfeld → E=-μ_J*B_0, wichtig: sie meint immer die Spinmoment-Richtung, nicht Spin-Richtung).
-Dann gings zu gebundenen Elektronen. Sie wollte wissen woher die Brillouin-Funktion kommt (Herleitung mit Zustandsdichte beeindruckt sie nicht, sie will hören dass die Momente Boltzmann-verteilt sind), da kommt dann natürlich die Frage was x ist (Verhältnis magnetischer/thermischer Energie). -Dann Skizze der Funktion (zwei Grenzfälle für J, Nulldurchgang, Sättigungsmagnetisierung). Die J-cases und die Funktion selbst waren nicht genauer gefragt.
-Dann waren die freien Elektronen dran. Wichtig war hier wieder das Vorzeichen der Energieaufspaltung (Spinmomentrichtung!). Wie funktioniert der spill-over am Fermi-level, wie lautet daraus die Fermi-Suszeptibilität. Wie schaut die Temperaturabhängigkeit aus (Stoner aus Sommerfeldentwicktlung).
-Dann ging sie relativ genau in die Landau Theorie für Ferromagnetismus ein. Wie sieht die freie Energie aus (entwickelt in geraden Potenzen des Ordungsparameters), warum nur gerade Potenzen (Vorzeichen der Energie ist nicht abhängig von der Richtung der Magnetisierung). Wie berechnet sich die Magnetisierung (Fallunterscheidung von M^2 an T_C).
-Unerwartet gings dann zum Sommerfeldmodell. Was sind die Grundannahmen (ideales Elektronengas, Potentialtopf). Dann Skizze der Dispersionsrelation (E∝k^2). Was kann man damit nicht beschreiben (Isolatoren, damit gings gleich zu den Blochmodellen).
-Ähnlich zum Skript gings allgemein um Blochmodelle: Worum gehts da (Beschreibung der Elektronen durch Periodizität der Potentiale), wie schaun diese aus (Sommerfeldskizze erweitern über mehrere Gittervektoren), was passiert an den Schnittpunkten (Superposition der Wfkt erzeugt eine Aufspaltung der Entartung → Bandlücken der nahezu freien Elektronen). Im Bandgap Plot war dann gefragt, wo die Fermi-levels von Metallen und Isolatoren liegen (Aus dem Skript wusste ich bei Metallen sind die Bänder nur teils gefüllt, bei Isolatoren ganz, dadurch hat sie mir geholfen die Logik zu vollenden und haben dann die Isolatoren in den Gap eingezeichnet und Metalle kurz unter den Gap).
Bezüglich Englisch:
Wenn man sich mit Englisch garnicht wohlfühlt sollte man es denk ich lassen, wenn man sich aber ein B2 level zutraut und das Skript auf Englisch ausarbeitet (die Vokabeln sind schon seeeehr hilfreich) ists eine sehr angeheme Prüfung mit fairer Beurteilung, beidseitigen Respekt und einem gratulierenden Händeschütteln am Schluss. Ich hätte noch eine Ausarbeitung, aber die ist zu groß für den Anhang (https://1drv.ms/f/c/0c5d4c68f210d701/EniSp2-6pD1PrrO00xf0Cp4BOCBlakhAAIwoycxCDiDD-A)
Ich erlaube mir hier auch noch zwei Erfahrungberichte aus der Festkörper Whatsappgruppe zu reposten:
Laundau Theorie für Phasenübergänge 2. Ordnung
Ferro- und Paramgnetismus
Gitter und Basis bzw. allgemein die Struktur des Diamanten
Unterschied Isolatoren und Metalle
Es ist eine angenehme Prüfungsatmosphäre, sie lässt einem auch Zeit zum Nachdenken. Wichtig sind ihr die Grundlagen, die sollte man gut können. Falls man eine Skizze oder oder Formel hinschreibt sollt man genau wissen was sie bedeutet. Aber ich würd empfehlen die Prüfung bei ihr zu machen, das Englisch ist da auch kein Problem (man kann auch was auf Deutsch erklären, wenn man das englische Wort vergessen hat)
-Als erstes gingen wir gemeinsam durch den schriftlichen test und schauten wo ich größere Fehler hatten. In meinem Fall war das hauptsächlich dieses Diamanten ding und allgemein das erste Thema. Ich habe dann selbst gefragt wie das aussehen hätte sollen und hab damit eigentlich selbst das erste Thema indirekt bestimmt.
-Sie hat mich dann so grob diese Skizze aus ihren Folien zeichnen lassen (die zum Diamanten mit den 6 Zweigen) aber wirklich nur sehr grob wichtig waren ihr eigentlich nur die Achsenbeschriftungen. Wir sind das Thema dann vereinfacht durchgegangen indem wir uns zuerst die dispersion einer mono- und dann diaatomaren kette angeschaut haben und auch was die besonderheiten der 1. Brillouin Zone sind. Formeln sind ihr hierbei nicht so wichtig sondern die Physikalischen bedeutungen. (Was bedeutet es physikalich dass der k vector periodisch ist und wieviele mögliche k werte gibt es).
-Davon sind wir sehr flüßig auf Einstein und Debye Modell gewechselt. Wichtig hierbei sind die abhängigkeiten der Temperatur und wie man diese Modelle anhand der dispersionsrelation der diatomaren kette sieht und was man darüber allgemein sagen kann.
-Nachdem wir diese Themen relativ gründlich durchgegangen sind wechselte sie das Thema auf Paramagnetismus. Was ist das? Wie hängt das mit den Spins und dem äußeren feld zusammen. Die Brilliounfunktion habe ich aufgezeichnet und mann sollte wissen was x ist und wie Bj die magnetisierung wiederspiegelt. Mann sollte wissen dass es unterschiede gibt je nachdem ob man lokalisierte oder delokalisierte elektronen anschaut und sind so auf das nächste thema gewechselt.
-Bei Pauli paramagnetismus habe ich diese skizze hingezeichnet und man sollte wissen wie es zu pauli magnetismus kommt. welche rolle die spins haben (wie verhalten sich diese im verhältnis zu äßerem magnetfeld, was passiert mit dem energieniveau wen die spins parallel sind)
-Als letztes ging es dann noch um die curie suszebtibilität und was die aussagt
-Allgemein war die atmosphäre sehr entspannt und es ist nicht schlimm wenn man etwas nicht genau weiß. Sie hat selbst gesagt ihr ist es wichtig dass sie merkt dass leute aus der Prüfung noch was lernen.
-Allgemeiner tipp: Einfach viel reden, selbst wenn es nicht genau auf ihre frage passt. Mann kann die gefragten themen damit auch etwas beeinflussen indem man quasi selbst in eine richtung lenkt. Sie fragt eigentlich nicht nach formeln wenn man aber eine hinschreibt sollte man diese auch gut erklären können.